Kochen mit dem Maître de Cuisine im Roofclub in Halle

Im Roofclub kann man sich von Marco Linke bekochen lassen.

Marco Linke ist so, wie man sich einen Koch vorstellt. Man sieht, dass er seine Kreationen gerne isst, er hat große kräftige Hände, wache und flinke Augen, und er lächelt verschmitzt. Führt er durch sein Reich, machen die anderen Platz. Hat immer jemand eine Frage, wird ihm das Telefon gereicht, und man merkt  sofort, dass er der Maître de Cuisine – der Chef in der Küche, der Küchenchef, der Chefkoch – ist. Ein Beruf, den viele heute mit Starrummel, edlen Partys und Groupies verbinden und weniger mit dem, was es wirklich ist, nämlich harte Arbeit. Und bis man Küchenchef wird, ist es ein langer Weg.

„Es gibt dafür zwei Wege“, erklärt Linke. „Entweder man bleibt jahrelang in einer Küche und arbeitet sich nach oben, oder man lernt in jeder Küche, bis  man nichts Neues mehr lernen kann, und zieht weiter.“ Linke, ehemaliger Schüler der Polytechnischen Oberschule (POS) Ernst Thälmann in Magdeburg, wählt den zweiten Weg. Er begann seine Laufbahn nach der Kochausbildung im Kaiser Maximilian in Leipzig, ging später in die Schweiz als Chef Entremetier im Hotel „Excelsior“ in Arosa, arbeitete im Barthels Hof und im Gohliser Schlößchen, machte einen Abstecher nach Dinkelsbühl, Aalen, zwischendurch wieder Leipzig und ist nun …?

Seit 2009 arbeitet Marco Linke als Küchenchef bei einem Fleischer – genauer bei der Fleischerei Barner. Wozu braucht ein Fleischer einen Küchenchef, der international herumgekommen ist und der weiß, wie man um Michelin-Sterne,  Gault-Millau-Punkte und vier Feinschmecker-„F“ kocht? Diese Frage wird der beantwortet bekommen, der ebenfalls gehobene Küche mag, derjenige, der es zu schätzen weiß, wenn die Küche zwischendurch grüßt und der Kochen nicht nur aus dem Fernsehen kennt. Doch auf den Punkt gebracht: Der umtriebige Herr Barner, Chef der von der Fachzeitschrift Feinschmecker prämierten Familienfleischerei, kam schon vor einiger Zeit auf die Idee, seinen  Fleischereibetrieb um einen Party- und Cateringservice und um den Roofclub zu erweitern. Ein Partyservice ist bei einem Fleischer ja naheliegend, aber ein Club?

Mit dem Roofclub, der sich über der Firmenzentrale von Barners befindet, laden Herr Barner und Marco Linke quasi in das Familienwohnzimmer ein, um mit Freunden, Kollegen oder Verwandten in angenehmer Atmosphäre Kochkunst auf hohem Niveau zu erleben. In einer umgebauten Wohnung, die mit einer Highend-Küche und einer großartigen Terrasse versehen ist, schließt man in Halle eine kulinarische Lücke. Im Roofclub kann man sich von Marco Linke bekochen lassen, kann ihm dabei zuschauen - und wenn man will, kann man auch mal mitschnippeln. Ein Cremesüppchen von Blumenkohl mit  Haselnusskrokant, dazu gebratene Hähnchenbrust auf Vanillekarotten mit karamellisierten Austernpilzen und Tagliatelle vermitteln bei der Stippvisite einen kleinen Eindruck dessen, was möglich ist. Und man kann mit Fug und Recht sagen, soetwas hatte gefehlt in Halle. Für alle, für die ein Restaurant nicht intim genug oder zu groß ist, für alle die, die mit ihren Freunden, Bekannten oder Kollegen mal etwas Besonderes erleben wollen und für alle die, die kochen als Erlebnis begreifen, ist der Roofclub die richtige Adresse.

www.roofclubhalle.de