Sekt als Begleitung zum Essen!

Foto: Martin Große

Am Anfang war das Meer. Als sich das Wasser zurückzog, hinterließ es dicke Schichten aus Sedimenten mit Muschelkalk und Buntsandstein. Dann hob sich das Land, und Flüsse begannen Täler zu schaffen. An manchen Orten entstanden schöne Täler mit einem bemerkenswerten Mikroklima. Die Rede ist unter anderem von Saale, Mulde und Unstrut, die im Laufe der Jahrmillionen die Gegend rund um Freyburg, Naumburg und Apolda prägten. Schließlich entdeckten Weinbauern diese einmalige Landschaft, und so wird bis heute in der Nähe von Halle Wein angebaut, gekeltert und verkauft. Einem glücklichen Zufall der Geschichte ist es zu verdanken, dass eine ähnliche Region, die Champagne in Frankreich, mit einem anderen Getränk populär wurde – dem Champagner, bei uns Sekt genannt. Dies wissen die Weinbauern in Sachsen-Anhalt natürlich auch, und so verarbeiten die Winzer Rebsorten wie Bachus, Chardonnay, Elbling oder Riesling zu hervorragendem Winzersekt, der mit dem Champagner mehr als mithalten kann.

Was viele Genießer nicht wissen, ist, dass sich Sekt auch hervorragend als Begleitung eines Essens anbietet. Wer seine Gäste einmal überraschen will, dem kann dies mit einer feinen Auswahl an Sekten gelingen. Aber dabei sollte man einiges beachten. Wichtig beim Sekt ist der Süßegrad, auch die Dosage genannt, denn diese hat geschmacklich gewaltige Unterschiede zur Folge, gerade wenn man sie mit Speisen kombiniert.

Deswegen sollte man Folgendes beachten: Trockene bis herbe Sekte (brutnature, extra brut, brut) genießt man gut zu salzigen bis pikanten Mahlzeiten. Aber diese Gerichte sollte man sanft würzen, da die Kohlensäure die Schärfe verstärkt. Ebenso passen diese Sekte gut zu weißem Fleisch (beispielsweise mit heller Kräutersauce), Sushi, Lachs und Ähnlichem. Auch Gemüsegratins und Meeresfrüchte werden in Brut-Schaumweinen eine ideale Begleitung finden.

Serviert man seinen Gäste Terrinen oder Pasteten empfehlen sich trockene Sekte, die dank ihrer Fülle und Aromen mit dem Essen mithalten können. Auch roter Sekt, etwa aus Dornfelder, macht zu diesen Speisen eine gute Figur. Ein Rosé-Sekt passt ebenso gut zu einer Vorspeise mit Melone und Schinken. Auch Gerichte mit Ziegenkäse, Mozzarella und diverseste Kräuter harmonieren gut mit diesem prickelnden Wein. Möchte man einen Rosé-Sekt oder roten Sekt (trocken oder halbtrocken) zu einem Hauptgericht servieren, dann sollte dies vor allem aus rotem Fleisch von Ente und Wild, aber auch Geflügel wie Wachteln, Tauben und Gans bestehen. Edel wird es, wenn man Rosé mit Kaninchen oder Kalb kombiniert.

Desserts mögen ebenfalls prickelnde Kombinationen. Dabei sollte die Süße des Sektes mit der des Desserts harmonieren. Leichte Biskuits lassen sich wunderbar mit halbtrockenem Winzersekt kombinieren. Prost!

Augen auf beim Sektkauf:

Die Dosage ist die Maßeinheit für den Süßegrad eines Sektes. Sie wird in Gramm pro Liter angegeben. Folgende Bezeichnungen verraten Ihnen, wie süß der Sekt ist.

naturherb (brut nature) 0-3 g/

lextra herb (extra brut) 0-6 g/l

herb (brut) 0-15 g/

lextra trocken (extra dry)12-20 g/

ltrocken (dry) 17-35 g/l

halbtrocken (medium dry, demi-sec) 33-50 g/

lmild (sweet, doux) über 50 g/l