Einmal Shoppingqueen sein - Teil II

(Foto: Christoph Kuka)

Der erste Jahrestag ist in jeder Beziehung etwas Besonderes und wird gern festlich begangen. Dafür lässt sich jede Frau natürlich etwas Extravagantes einfallen. Also setzte ich mein Budget von 700 Euro ein, um in der Rubrik Mode-Edel ein Outfit für diesen Tag zu finden. Ein klassisch schickes Etuikleid schwebte mir vor, ein bisschen so wie Kate, Herzogin von Cambridge, es trägt. Mit der Idee im Kopf schlenderte ich durch die Läden und ließ mich beraten. Der Glanz des „La Kate“-Kleides erhielt erste Kratzer, als ich an das in der TV-Sendung vorgegebene Zeitlimit dachte. Zum Glück hatten wir darauf verzichtet. Meine erste Station war der Laden von Gudrun Pecher in der Großen Märkerstraße. Gudrun Pecher Mode ist eine kleine Boutique mit exklusiven Marken und Designern und einer sehr netten Inhaberin, die sich Zeit nimmt, ihre Kundschaft ausführlich zu beraten. Leider fand ich nur Stücke, die mein Budget gleich zu Beginn um die Hälfte hätte schrumpfen lassen. Da ich aber noch nicht wusste, wie das Outfit am Ende wirklich aussehen soll, wollte ich lieber auf Nummer sicher gehen und kaufte nichts. Auf dem Weg zum Gewandhaus schwante mir, dass es mit dem „LaKate“-Kleid schwierig werden würde. Nachdem ich Inhaberin Barbara Treichel unser Vorhaben erklärte, war sie begeistert und meinte sofort, dass sie genau das richtige Modell für mich habe. Mein Herz schlug schneller. Und! Da war es plötzlich – (m)ein Kleid.

Schwarz und knielang, soweit so normal, aber das Besondere ist, dass es sich um ein 20er-Jahre-Fransenkleid im Charlestonstil handelt. Ich probierte es an, und es passte wie angegossen. Warum also nicht ein bisschen Charleston? Als Alternative zeigte mir Frau Treichel noch ein Etuikleid à la Kate, doch ich war verliebt in das „kleine Schwarze“. Glücklich verließ ich das Gewandhaus mit einem Kleid von „Soallure“ für 159,95 Euro. Damit hatte ich das Hauptpiece in der Tasche und noch 440,05 Euro zur Verfügung. Für ein komplettes Outfit brauchte ich aber noch einen Mantel, Schuhe und Accessoires, die jedoch schlichter und moderner sein sollten. Schließlich wollte ich nicht auf eine Mottoparty, sondern mich schick machen für den ersten Jahrestag. Ich brauchte also noch ein bisschen Glamour. Als nächstes Geschäft steuerte ich Shoes & the City an. Irina Himburg, die Geschäftsinhaberin, erklärte sich sofort bereit, mir zu helfen, nachdem ich ihr von unserer „Shopping Queen“-Idee erzählt hatte. Am Kleid orientiert, zeigte sie mir verschiedene Schuhe – von Pumps über Stiefeletten bis hin zu völlig abgefahrenen Modellen. Hier findet Frau für jeden Anlass die richtigen, und so entschied ich mich am Ende für anthrazitfarbene Pumps von Peter Kaiser für 159,95 Euro. Klassisch, schick und mit ein bisschen Glamour, mein Lächeln kehrte zurück. Im Shoes & the City gibt es aber nicht nur Schuhe, sondern auch Kleidung und Accessoires. Ich stöberte also durch Ketten, Ohrringe und Armbänder und ließ mich wieder beraten. Mein Outfit ergänzte ich mit einer silbernen Kette mit einem kleinen Anhänger für 34,95 Euro und Ohrsteckern für 24,95 Euro, die ein absoluter Blickfang waren. Der Schmuck von Pilgrim und die Schuhe von Peter Kaiser ließen mein Budget von 440,05 Euro auf 220,20 Euro schrumpfen …

 

Mit der Hoffnung, für die verbleibenden 220,20 Euro noch eine Tasche und einen Mantel zu bekommen, ging ich weiter in Richtung Babette Mode. Die Inhaberin Babette Renner war nicht nur überaus freundlich und hilfsbereit, sondern nahm sich fast eine Stunde Zeit und probierte mit mir geduldig Jacken und Mäntel. Fast fiel meine Wahl auf eine Jacke von Marc Aurel, da zeigte sie mir noch ein ganz besonders schönes und zugleich ausgefallenes Stück von Elisa Cavaletti. Die Jacke erinnerte mich ein bisschen an die 80er-Jahre-Sportjacken von Adidas und an die 90er-Jahre-Plüschjacken, die man oft auf der Loveparade sah. Die musste es einfach werden. Die 169,95 Euro bereiteten mir zwar leichte Magenschmerzen, aber ich war verliebt. Von meinem ursprünglichen Budget von 700 Euro blieben 150,25 Euro - und ich hatte noch keine Tasche!

Mit einem etwas mulmigen Gefühl ging ich dann weiter zu Twist. Ich hoffte, dort mein fehlendes Accessoire zu finden. Die Inhaberin Mechthild Stiller begrüßte mich sofort mit offenen Armen (man muss dazusagen, ich war angekündigt) und zeigte mir ohne große Umschweife die passende Tasche zu meinem Outfit. Eine kleine schwarze von Diane von Furstenberg. Zum dritten Mal war es Liebe auf den ersten Blick. Der Haken war jedoch, dass das gute Stück stolze 219 Euro kosten sollte. Die Tasche war definitiv jeden Euro wert, aber ich hätte eigentlich nur noch 150 Euro gehabt. Egal … ich wollte dieses Schmuckstück. Kurze Rücksprache mit unserer Redaktion, und die Überschreitung unseres fiktiven Budgets war genehmigt. „Gott sei Dank, ist das eben nicht das echte ‚Shopping Queen‘., dachte ich mir, während ich strahlend das gute Stück bezahlte. Ich schaute mich noch etwas weiter im Laden um und war begeistert, was dort für eine Auswahl geboten wird. Neben hochwertigen italienischen Schuhen gab es auch edlen Schmuck und Kleider von Marken wie Strenesse oder eben Diane von Furstenberg. Meine Budgetvorgabe hätte ich damit aber unmöglich einhalten können. Somit blieb es bei der Tasche. Mein Look zum Thema „Erster Jahrestag“ war damit komplett. Ein bisschen Charleston, ein bisschen Glamour, ein bisschen anders.